Bericht der Stiftung Lesen für das Jahr 2025.
Liebe Leser*innen,
wer lesen kann, hat einen Vorsprung, der sich im Denken und Tun ständig bemerkbar macht. Er zeigt sich in klugen Entscheidungen, in kritischen Fragen und in der Fähigkeit, sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden. Buchstaben mögen klein sein, ihre Wirkung ist es nicht: Wer sie versteht, kann Wissen aufbauen und Zusammenhänge einordnen. Lesekompetenz entscheidet darüber, wer den Überblick behält und wer den Anschluss verliert.
Der kürzlich veröffentlichte Nationale Bildungsbericht unterstreicht erneut, wie groß die Herausforderungen sind: Zu vielen Kindern fehlen die Chancen auf eine erfolgreiche Lesebiografie. Zugleich wird deutlich, dass Leseförderung nicht als Defizitthema verstanden werden darf. Sie darf kein Stigma sein, sondern muss als gemeinsame Aufgabe von Politik und Gesellschaft gelebt werden: breit, niedrigschwellig und selbstverständlich.
Genau hier setzt unsere Arbeit an. Der Nationale Bildungsbericht macht deutlich, dass die entscheidenden Weichen für Bildungschancen schon im Vorschulalter gestellt werden müssen, bevor sich die Bildungsschere öffnen kann. Frühkindliche Leseförderung ist unverzichtbar und Programme wie Lesestart 1–2–3 leisten einen zentralen Beitrag. Damit solche Ansätze ihre Wirkung entfalten können, braucht es verlässliche Kooperationen und ein breites gemeinsames Engagement.
Zusammen mit starken Partnern ist es uns auch im Jahr 2025 gelungen, wirkungsvolle Projekte umzusetzen und neue Wege zu gehen. Dafür danken wir allen Verbündeten herzlich. Ihr Vertrauen, Ihre Unterstützung und Ihr Einsatz machen unsere Arbeit möglich – und bewirken konkrete Veränderungen im Leben vieler Kinder und Familien.
Unser Ziel bleibt anspruchsvoll: Jedes Kind soll die Chance erhalten, lesen zu lernen und seine Potenziale zu entfalten, unabhängig von Herkunft, Lebensumständen oder Bildungshintergrund. Wir laden Sie ein, diesen Weg weiterhin mit uns zu gehen: durch Unterstützung unserer Projekte, durch persönliches Engagement oder indem Sie das Thema Leseförderung in Ihrem Umfeld sichtbar machen. Machen wir Leseförderung zu einer Aufgabe, die wir gemeinsam tragen.
Herzliche Grüße
Vorstand und Geschäftsführung der Stiftung Lesen
„Lesen bildet und ist eine grundlegende Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben im Alltag, im Beruf, aber auch, um sich über Fragen von Gesellschaft und Politik gut informieren, sich eine Meinung bilden und die eigene Meinung vertreten zu können. Und vor allem: Lesen ist eine Quelle der Freude, die es ermöglicht, neue Perspektiven kennenzulernen und neue Welten entdecken zu können.”— Dr. Frank-Walter Steinmeier (aus dem Schreiben des Bundespräsidenten zur Übernahme der Schirmherrschaft über die Stiftung Lesen vom 17. April 2017)
Hier finden Sie eine Übersicht weiterer Projekte, Initiativen und Angebote, die unserer Vision "Alle Menschen können lesen" folgen und die wir im Jahr 2025 durchgeführt haben.
Auch im Jahr 2025 konnten wir neue prominente Lesebotschafter*innen aus den verschiedensten Bereichen für ihr Engagement in der Leseförderung gewinnen. Wir bedanken uns bei allen Prominenten, die uns tatkräftig unterstützt haben. Eine Übersicht aller Botschafter*innen finden Sie hier.
Die Stiftung Lesen ist aus dem 1976 gegründeten Verein Deutsche Lesegesellschaft hervorgegangen und 1988 gegründet worden. Als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts ist sie gemeinnützig. Hauptanliegen der Stiftung Lesen sind die Förderung des Lesens, der Lesemotivation und Lesekompetenz. Der Stiftungszweck ist im § 2 der Satzung wie folgt festgelegt:
„(1) Zweck der Stiftung ist die umfassende Förderung des Lesens in allen Bevölkerungskreisen sowie die Pflege und Erhaltung einer zeitgemäßen Lese- und Sprachkultur. Durch die Förderung der Lesefähigkeit und Lesegewohnheit sollen insbesondere die für die Entwicklung von Medienkompetenz notwendigen Grundlagen geschaffen werden.
(2) Zu den Aufgaben zählen im Besonderen die Förderung von Sprache und Lesen in
1. Elternhaus, Kindergarten und Schule,
2. der kulturellen Jugendbildung,
3. der Erwachsenenbildung.
(3) Aufgabe der Stiftung ist ferner die Durchführung und Förderung von Lese- und Leserforschung sowie von Kommunikationsforschung.”
Die Einnahmen betrugen insgesamt rund 10,7 Millionen Euro und lagen damit ca. 13 Prozent unter Vorjahresniveau (2024: 12,4 Millionen).
Sie setzen sich wie folgt zusammen: 9 Prozent der Einnahmen entstammen den Zuwendungen der Stifterratsmitglieder, rund 2 Prozent konnte über Spenden generiert werden, ca. 27 Prozent der Einnahmen entfallen auf Projektpartnerschaften und 57 Prozent sind Zuwendungen der öffentlichen Hand. Die Anzahl der Mitarbeitenden lag im Jahresdurchschnitt 2025 bei rund 40 Vollzeitäquivalenten (2024: 46 Vollzeitäquivalente).
Nach der Rücklagendotierung ergibt sich abschließend für das Jahr 2025 ein Bilanzgewinn in Höhe von 622.053,38 Euro (2024: 576.547,68 Euro).
Die Stiftereinlage einschließlich Zustiftungen betrug in 2025 wie im Vorjahr 5,4 Millionen Euro.
Der Jahresabschluss der Stiftung Lesen – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anlagenspiegel – wurde von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Die Prüfung führte zu keinen Einwendungen. Der Bestätigungsvermerk vom 16. Juni 2026 liegt vor.
Den Finanzbericht für das Jahr 2024 finden Sie hier als PDF-Datei zum Download.
Alle Gremien und Beiräte der Stiftung Lesen auf einen Blick:
Ferner unterstützt uns außerdem auch der Wissenschaftliche Beirat bei unseren Vorhaben.
Unseren zahlreichen Partnern möchten wir auch an dieser Stelle unseren herzlichen Dank für die äußerst konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit aussprechen! Weitere Informationen zu unseren Partner*innen finden Sie hier.