Der Preis ist benannt nach dem 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen Dietrich Oppenberg, der als einer der wichtigsten Förderer einer modernen Zeitungs- und Lesekultur und des publizistischen Nachwuchses in Deutschland gilt.
Seit über 20 Jahren würdigen die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ mit dem Dietrich-Oppenberg-Medienpreis Beiträge, die die sich ändernden Rahmenbedingungen in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft reflektieren und dem Lesen im öffentlichen Bewusstsein Raum geben.
Fragen zum Preis beantwortet
Thomas Kleinebrink
Senior Manager Politische Kommunikation
Tel.: 06131-28890-17
„Wir engagieren uns für die Stiftung Lesen, weil es für die Leseförderung nicht genug Anwälte geben kann. Mit Dietrich Oppenberg als Namensgeber des Medienpreises und Gründers der Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung (NRZ) ehren wir gleichzeitig einen ihrer entschiedensten Vertreter.”— Heinrich Meyer, Vorstand Stiftung Presse-Haus NRZ
Die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ haben gemeinsam den Dietrich-Oppenberg-Medienpreis im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus in München verliehen. Die Auszeichnung würdigt Journalist*innen, die sich in ihren Beiträgen herausragend mit der Bedeutung des Lesens für Bildung, Alltag und gesellschaftliche Teilhabe auseinandersetzen. Die prämierten Beiträge beleuchten aktuelle Herausforderungen – von der zunehmenden Bedeutung mündlicher Kommunikation über veränderte Lesegewohnheiten bis hin zu schwer verständlicher Behördensprache. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert, die auf drei Hauptpreise und einen Sonderpreis aufgeteilt werden.
Süddeutsche Zeitung Magazin
Jakob Schrenk untersucht in seinem Beitrag, wie Voice-Messages, Podcasts und Sprachassistenten unseren Umgang mit Sprache verändern und was geschieht, wenn zunehmend gesprochen, aber immer weniger gelesen und geschrieben wird. Mit klugen Beobachtungen und fundierter Recherche verbindet er Mediengeschichte, Bildungsforschung und gesellschaftliche Entwicklungen. Dabei zeigt er eindrucksvoll, warum das Lesen längerer Texte für unser Denken so wichtig ist: Es schafft Raum für Reflexion, fördert die Auseinandersetzung mit komplexen Zusammenhängen und ermöglicht eine differenzierte Meinungsbildung. Ohne nostalgisch oder technikfeindlich zu werden, stellt Schrenk die entscheidende Frage, was wir als Gesellschaft verlieren könnten, wenn das geschriebene Wort an Bedeutung einbüßt.
DIE ZEIT
Anant Agarwala und Martin Spiewak gehen der Frage nach, warum selbst Studierende immer seltener vollständige Bücher lesen. Mit Gesprächen aus dem Hochschulalltag, wissenschaftlichen Erkenntnissen und anschaulichen Beispielen zeichnen sie ein differenziertes Bild veränderter Lesegewohnheiten. Ihr Beitrag verdeutlicht, dass Lesen weit mehr bedeutet als die bloße Aufnahme von Informationen: Es schult die Konzentration, fördert kritisches Denken und hilft dabei, komplexe Argumentationen nachzuvollziehen. Zugleich zeigen die Autoren, wie konzentriertes Lesen auch in einer von digitalen Medien und künstlicher Intelligenz geprägten Welt wieder gestärkt werden kann.
Spektrum der Wissenschaft
Mareike Knoke widmet sich einer Herausforderung, die viele Menschen aus ihrem Alltag kennen: schwer verständlichen Behördenschreiben, komplizierten Verordnungen und undurchsichtiger Fachsprache. Anhand konkreter Beispiele und wissenschaftlicher Erkenntnisse zeigt sie, wie sprachliche Barrieren Menschen den Zugang zu wichtigen Informationen erschweren oder sie sogar gezielt ausschließen können. Ihr Beitrag macht deutlich, dass verständliche Sprache weit mehr als eine Frage des guten Stils ist. Sie entscheidet darüber, ob Menschen ihre Rechte wahrnehmen, Entscheidungen nachvollziehen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Knoke zeigt eindrucksvoll, warum Verständlichkeit eine Voraussetzung für demokratische Teilhabe ist.
Münchner Wochenblatt
Mit ihrer Serie „Das literarische Quartett“ beweisen Tanja und Johannes Beetz, wie unterhaltsam und zugänglich Literaturvermittlung sein kann. In mehr als 30 Folgen stellen sie jeweils vier Bücher aus öffentlichen Bücherschränken in München vor – unabhängig davon, ob es sich um bekannte Klassiker, Bestseller oder längst vergessene Titel handelt. Mit Humor, Neugier und einem liebevollen Blick auf die Geschichten hinter den Büchern machen sie Literatur zum selbstverständlichen Teil des Alltags. Ihre Beiträge bauen Berührungsängste ab und zeigen, dass Lesefreude überall entstehen kann. Eine ebenso charmante wie originelle Einladung, Bücher neu zu entdecken.
Der Jury des Dietrich-Oppenberg-Medienpreises gehören an:
•Hatice Akyün, Journalistin und Schriftstellerin
•Gabriele Bartelt-Kircher, Leiterin der Journalistenschule Ruhr a. D.
•Lea Deusch, Chefin vom Dienst Social Media bei ZDF Digital
• Maja Ellmenreich, Redakteurin des Deutschlandfunks
• Karin Großmann, Chefreporterin der Sächsischen Zeitung a. D.
• Manfred Lachniet, Chefredakteur der NRZ a. D.
• Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen
• Heinrich Meyer, Vorstand der Stiftung Presse-Haus NRZ
• Manuela Müller, Reporterin Ressort Recherche der Freien Presse
• Johanna Oppenberg, Enkelin von Dietrich Oppenberg (Namensgeber des Preises)
• Hans Riebsamen, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung a. D.
• Olaf Streubig, Pressesprecher und Leiter des Referats Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat