Pressemeldung – Kinder brauchen Vorbilder, in denen sie sich wiederfinden können. Zum Tag der Legasthenie und Dyskalkulie am 30. September gewinnt die Stiftung Lesen mit Isabel Varell eine Lesebotschafterin, die offen über eigene Herausforderungen spricht und Kindern Mut macht, an sich selbst zu glauben. Denn vielen Kindern fällt das Lesen schwer. Dahinter steckt jedoch nicht immer fehlende Übung, mitunter können auch Lesestörungen die Ursache sein. Umso wichtiger sind Aufklärung und frühzeitige Unterstützung. Seit vielen Jahren spricht Isabel Varell in der Öffentlichkeit über ihre Erfahrung mit Legasthenie und setzt sich für einen sensiblen und vorurteilsfreien Umgang mit der Lese- und Rechtschreibstörung ein. Als Lesebotschafterin der Stiftung Lesen möchte sie vor allem eines vermitteln: Jedes Kind verdient die Chance, lesen zu lernen, die Freude an Geschichten zu entdecken und sein Potenzial zu entfalten.
Ob in der Schule, in der Ausbildung, im Beruf oder im Alltag: Wer nicht sicher lesen kann, stößt auf zahlreiche Hürden. Doch noch immer verlässt jedes vierte Kind die Grundschule ohne ausreichende Lesekompetenz. Dass Lesenlernen nicht für alle Kinder selbstverständlich ist, weiß Isabel Varell aus eigener Erfahrung. Deshalb engagiert sich die Schauspielerin, Sängerin und Moderatorin nun als Lesebotschafterin der Stiftung Lesen. „Ich bin sehr gerne Lesebotschafterin der Stiftung Lesen, weil ich dieses Engagement so wichtig finde und die Vision teile: Alle Menschen können lesen“, erklärt Isabel Varell. „Es ist wichtig, Kinder von Anfang an zu fördern und genau hinzuschauen. Wenn ein Kind nicht lesen möchte oder nicht lesen kann, kann das ganz unterschiedliche Ursachen haben. Deswegen müssen wir aufmerksam bleiben und Kinder auf ihrem Weg bestärken.“
Mut machen statt stigmatisieren
Schon seit Jahren spricht Isabel Varell öffentlich über ihr Leben mit Legasthenie. Die Diagnose erhielt sie erst als junge Erwachsene. Heute nutzt sie ihre Erfahrungen, um Betroffenen Mut zu machen und Vorurteile abzubauen: „Ich bin Legasthenikerin. Aber in den 60er- und 70er-Jahren wusste man so gut wie nichts darüber und ich galt als dumm“, berichtet sie. „Doch nicht die Legasthenie ist das Problem – das Problem ist, wenn man sie nicht erkennt. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich sage allen Kindern, allen Jugendlichen und allen Erwachsenen: Du kannst alles schaffen. Du kannst alles schaffen – auch mit Legasthenie!“
Mit Isabel Varell gewinnt die Stiftung Lesen eine Lesebotschafterin, die für Offenheit und Mut steht – und zeigt: Herausforderungen können den Lebensweg prägen, müssen ihn aber nicht bestimmen. Damit ist sie ein wichtiges Vorbild für Kinder und Jugendliche. „Kinder profitieren von vielfältigen Vorbildern. Isabel Varell berichtet authentisch von ihrem eigenen Weg und macht Kindern Mut, an sich selbst zu glauben. Denn jeder Mensch lernt anders, aber jedes Kind verdient die Chance, lesen zu lernen und die Unterstützung zu erhalten, die es dafür braucht“, sagt Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen.
Mit Lesefreude zum Leseerfolg: Isabel Varells Tipps für Familien
Als Lesebotschafterin möchte Isabel Varell vor allem die Freude am Lesen stärken. „Liebe Eltern, liebe Großeltern: Lasst Kinder lesen, was sie lesen möchten, und bewertet nicht von außen, was das Richtige ist. Kinder haben ihre eigenen Interessen, ihre eigenen Welten und entwickeln sich oft ganz anders, als wir erwarten. Entscheidend ist, dass sie Zugang zu Geschichten und Sprache finden. Die Hauptsache ist, dass ihnen Lesen Spaß macht“, betont Varell.
Gerade für Kinder, die Schwierigkeiten beim Lesenlernen haben, können passende Bücher wichtige Erfolgserlebnisse schaffen und den Einstieg erleichtern. Empfehlungen, Buchtipps und Informationen für Familien bietet die Stiftung Lesen regelmäßig auf ihrer Website und ihren Social-Media-Kanälen an.
Weitere Lesetipps und Empfehlungen: www.stiftunglesen.de/loslesen/lesetipps-und-aktionsideen
Hilfe bei Legasthenie
Die Stiftung Lesen setzt sich für die Förderung von Sprach- und Lesekompetenz bei allen Kindern ein. Lesenlernen ist anspruchsvoll und Fehler gehören gerade am Anfang dazu. Wenn Kinder trotz regelmäßigen Übens dauerhaft große Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben, kann es sinnvoll sein, sich mit dem Thema Legasthenie vertraut zu machen. Das ist eine Lese-Rechtschreibstörung, durch die Kinder mehr Unterstützung benötigen. Die Stiftung Lesen empfiehlt Familien daher, das Gespräch mit den Lehrkräften zu suchen und sich von spezialisierten Fachstellen und Verbänden beraten und unterstützen zu lassen, beispielsweise beim Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.
Download Foto (© Jessica Su-Youn Hucken)