Vorlesen, Erzählen, Singen und gemeinsames Anschauen von Bilderbüchern fördern die Sprachentwicklung von Kindern von Anfang an. Eltern können ihr Kind im Alltag ganz einfach unterstützen – beim Spielen, Einschlafen, Anziehen, Einkaufen oder unterwegs. Schon wenige Minuten gemeinsame Lesezeit stärken Sprache, Konzentration und die Beziehung zwischen Eltern und Kind.
Auf dieser Seite finden Sie kostenlose Materialien der Stiftung Lesen aus dem ehemaligen bundesweiten Projekt „Lesestart 1-2-3“: praktische Vorlesetipps, digitale Bilderbücher, kurze Erklärvideos, Online-Seminare und mehrsprachige Broschüren zur frühen Sprach- und Leseförderung.
Kinder lernen Sprache im Alltag. Wenn sie mithelfen, mitspielen und mitreden dürfen, erweitern sie ganz nebenbei ihren Wortschatz. Eltern können diese Alltagssituationen nutzen, um Sprache spielerisch zu fördern.
Die sechs Broschüren bieten leicht umsetzbare Ideen zur alltagsintegrierten Sprach- und Leseförderung. Die Tipps passen zu typischen Familiensituationen, Jahreszeiten und Themen wie Bewegung, Spielen, Vorlesen und Erzählen in mehreren Sprachen.
Digitale Bilderbücher können Kinder beim Lesenlernen und Erzählen unterstützen – besonders dann, wenn Eltern sie gemeinsam mit ihrem Kind anschauen. Ob am Tablet oder Smartphone: Entscheidend ist, dass Erwachsene mit dem Kind über die Bilder sprechen, Fragen stellen und es zum Erzählen ermuntern.
Interaktive Elemente wie Suchaufgaben, Klappen oder kleine Spiele regen Kinder dazu an, genau hinzuschauen und eigene Wörter zu finden. So können digitale Bilderbücher das dialogische Vorlesen ergänzen und gemeinsame Lesezeit schaffen.
Vorlesen kann überall stattfinden: auf dem Sofa, vor dem Schlafengehen, unterwegs oder beim gemeinsamen Entdecken von Bildern, Buchstaben und Wörtern. Die Info-Filme zeigen, wie Familien Sprache und Vorlesen ganz einfach in ihren Alltag einbauen.
Eltern berichten aus ihrem Familienleben und geben alltagsnahe Beispiele: mit Bilderbüchern, Kinderliedern, Fingerspielen, Werbeprospekten, Verpackungen oder Buchstaben, die Kinder beim Spaziergang entdecken. Die Filme machen Mut und zeigen: Jede Familie kann Vorlesen und Sprache fördern.
Der Alltag mit kleinen Kindern ist oft lebendig und manchmal herausfordernd. Gemeinsames Vorlesen und Bilderbuchanschauen kann Familien kleine Ruheinseln schenken. Kinder hören zu, betrachten Bilder, sprechen über Gefühle und üben, erste kleine Geschichten zu erzählen.
Vorlesen stärkt nicht nur die Sprachentwicklung, sondern auch die Bindung zwischen Eltern und Kind. In den Elternsprechstunden geht es um typische Alltagsthemen wie Einschlafen, Sicherheit, Gefühle, Natur, Spielbücher und Mediennutzung.
Volle Packung Emotionen – Vorlesen und Gefühle
Vorlesen und Spielen mit Spielbüchern (Teil 1)
Vorlesen und Spielen mit Spielbüchern (Teil 2)
Natur entdecken – Sprache fördern
Vorlesen beginnt nicht erst, wenn Kinder selbst sprechen können. Schon Babys und Kleinkinder profitieren von Stimmen, Reimen, Liedern und Bildern. Wenn Eltern früh mit ihrem Kind sprechen, singen, spielen und Bilderbücher anschauen, unterstützen sie die Sprachentwicklung von Anfang an.
Die Eltern-Broschüren fassen die wichtigsten Vorlesetipps für Familien zusammen. Sie zeigen, wie Eltern Kindern ab 1 Jahr und ab 3 Jahren Geschichten, Bilder und Sprache näherbringen können. Die Materialien stehen in verschiedenen Sprachen sowie in Leichter Sprache zur Verfügung.
Regelmäßiges Vorlesen und Erzählen unterstützt die sprachliche Entwicklung, erweitert den Wortschatz und hilft Kindern, früh Freude an Geschichten und Büchern zu entwickeln. Außerdem stärkt die gemeinsame Vorlesezeit die Beziehung zueinander, das Einfühlungsvermögen und die Fantasie.
Vorlesen kann schon im Babyalter beginnen. Anfangs geht es weniger darum, eine Geschichte zu verstehen. Babys hören Stimmen, Sprachrhythmus und erste Wörter. Später zeigen Kinder auf Bilder, benennen Dinge und beginnen, selbst mitzusprechen.
Entscheidend ist deshalb weniger ein bestimmtes Alter als die Erfahrung: Bücher und Geschichten gehören von Anfang an zum Alltag.
Beim gemeinsamen Betrachten von Büchern hören Kinder neue Wörter und erleben Sprache im Zusammenhang. Erwachsene können Bilder benennen, Begriffe erklären und mit dem Kind ins Gespräch kommen.
So entstehen viele kleine Sprachanlässe. Gemeinsames Lesen und Vorlesen kann Wortschatz, Sprachentwicklung und die Vertrautheit mit Buchstaben fördern.
Es gibt kein perfektes Vorgehen. Vorlesen mit Kleinkindern bedeutet oft mehr als den gedruckten Text vorzulesen.
Eltern können:
Wichtig ist, auf das Interesse des Kindes einzugehen.
Schon wenige Minuten können wertvoll sein. Kleinkinder haben oft eine kurze Aufmerksamkeitsspanne. Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Dauer.
Ein kleines Vorleseritual vor dem Schlafengehen oder ein Bilderbuch zwischendurch reicht oft schon aus.
Das ist normal. Kleinkinder möchten sich bewegen, blättern oder zwischendurch etwas anderes machen. Das bedeutet nicht, dass sie kein Interesse an Geschichten haben. Vorlesen darf lebendig und spielerisch sein.
Gut geeignet sind Bücher, die zum Alter und zu den Interessen des Kindes passen:
Besonders wichtig ist das Interesse des Kindes. Tiere, Fahrzeuge, Baustellen oder Alltagssituationen können ein guter Einstieg sein.
Am besten in der Sprache, in der sich die vorlesende Person sicher fühlt. Auch Vorlesen in der Familiensprache unterstützt Kinder. Eltern müssen nicht auf Deutsch vorlesen, wenn sie sich in einer anderen Sprache besser ausdrücken können.
Regelmäßiges Vorlesen ist besonders wertvoll. Es sollte aber keinen zusätzlichen Druck erzeugen. Schon kleine Rituale helfen: ein Buch am Abend, gemeinsam Bilder anschauen oder unterwegs eine kurze Geschichte erzählen.