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Pressemitteilungen

30.09.2019

Die Preisträger des Dietrich-Oppenberg-Medienpreises 2019

Stiftung Lesen und Stiftung Presse-Haus NRZ zeichnen Beiträge aus Der SPIEGEL, Frankfurter Allgemeine Zeitung, SWR 2 und DIE ZEIT aus

Die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ haben heute gemeinsam mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters den Dietrich-Oppenberg-Medienpreis 2019 an sechs Journalistinnen und Journalisten vergeben, die in ihrer Arbeit die Bedeutung des Lesens herausragend thematisieren. Eine Jury aus Vertretern von Presse, Stiftung Lesen, Stiftung Presse-Haus NRZ und der Familie Oppenberg hat über 50 Beiträge aus Print, Online, Radio und Fernsehen gesichtet, die zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. März 2019 veröffentlicht wurden. Die Auszeichnung ist mit 6.000 € dotiert, die zwischen den drei besten Beiträgen und dem Sonderpreis aufgeteilt werden.

Die Preisträger sind:

1. Preis
Tobias Becker & Claudia Voigt: Schluss mit dem Jammern (bitte klicken) | Der SPIEGEL, 16. März 2019


„Welche Zukunft hat das Buch?“, lautet die Ausgangsfrage von Tobias Beckers und Claudia Voigts Spurensuche durch die Buch- und Verlagsbranche. Im Titel „Schluss mit dem Jammern“ sind Problem und Ausblick bereits komprimiert: die Krise, aber auch die Wehrhaftigkeit gegen den oft beschworenen Niedergang. Dieses ebenso kluge wie wortgewandte Plädoyer für mehr Zuversicht, Mut zum Experimentieren und Lust auf Veränderung, lässt keinen Zweifel: Bücher haben eine Zukunft.

2. Preis
Paul Ingendaay: Ungefesselte Phantasie (bitte klicken) | Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Oktober 2018


Paul Ingendaays „Ungefesselte Phantasie“ ist eine Lobrede auf das Lesen zum rechten Augenblick. Denn in Zeiten, in denen Leser zunehmend unter „Artenschutz“ gestellt werden müssen, zeigt er selbstbewusst: Wer liest, ist klar im Vorteil. Im Gedankenstrom lässt er seine Leserinnen und Leser teilhaben, wie Lektüren die omnipotente Kraft der Literatur entfalten, die nicht nur das „Miterleben, Mitempfinden, Mitreflektieren“ der Gedanken und Gefühle anderer möglich machen, sondern auch Zugang zu imaginären Welten bieten.

3. Preis
Franziska Hochwald: Buchstabensuppe im Kopf – Funktionale Analphabeten (bitte klicken) | SWR 2 Wissen, 29. Dezember 2018


Franziska Hochwald hat für ihre Reportage „Buchstabensuppe im Kopf“ das perfekte Medium gewählt – spricht der Hörfunk doch genau jenen Sinn des Menschen an, der auch ohne Lesekompetenz verfügbar ist. Einfühlsam und analytisch zugleich beschreibt sie Ursachen, Symptome, Folgen und Herausforderungen von Betroffenen auf dem Weg zu möglichen Lösungen. Ihr Blick für den Einzelfall besitzt bei Hochwald nicht nur illustrierende Funktion. Er zeigt: Legasthenie und geringe Literalität gehen uns alle an. | © Carsten Weihöner

Sonderpreis
Katrin Hörnlein & Johanna Schoener: Spezial – Das Lesen der Zukunft (Auszug) | DIE ZEIT, 21. März 2019


Nicht weniger, als „Das Lesen der Zukunft“ haben Katrin Hörnlein und Johanna Schoener zum Thema eines mehrseitigen Spezials gemacht. Ihr Blick konzentriert sich dabei auf das Kinderbuch, das es im Wettbewerb mit digitalen Ablenkungen immer schwerer hat. Gut recherchierte, hintergründige Features, Interviews, Lektüreerfahrungen Prominenter und Lesetipps liefern Denkanstöße, die zeigen, dass die Kinderbuch-literatur dem digitalen Wandel zum Trotz ein attraktives Angebot für die Jüngsten bleibt.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte: „Lesen ist eine der wichtigsten Grundlagen zur Teilhabe in unserer Gesellschaft. Bildung, Integration, Kreativität und Produktivität –ihnen allen ist gemein, dass sie in der Fähigkeit wurzeln, Texte zu entschlüsseln und zu verstehen. Indem wir reflektieren, wie tiefgreifend unsere gesellschaftliche DNA durch das Lesen geprägt ist, können wir auch nachkommende Generationen dafür begeistern. Insbesondere Journalistinnen und Journalisten setzen ein wichtiges Zeichen für die Bedeutung des Lesens: Mit ihren vielfältigen Beiträgen rütteln sie wach, überraschen und regen zum Nachdenken an. Gerne habe ich daher die Schirmherrschaft für den Dietrich-Oppenberg-Medienpreis übernommen und gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern zu dieser wichtigen Auszeichnung.“

Die Preise überreichten Heinrich Meyer, Vorstand der Stiftung Presse-Haus NRZ, und Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. Sie betonen: „Die Gewinnerbeiträge des Dietrich-Oppenberg-Medienpreises zeigen, dass das Lesen aus der Themenpalette des hiesigen Journalismus‘ nicht wegzudenken ist. Ob die Krise des Buchmarktes, ein Plädoyer für das Lesen, geringe Literalität oder die Frage, wie und ob unsere Kinder lesen werden – mit ihren Reportagen, Essays und Features sind die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger am Puls der Zeit. Die Beiträge zeugen von Neugier, Enthusiasmus, Genauigkeit und Tiefe und sind wichtige Stimmen in den Debatten rund um das Lesen. Wir freuen uns, ihnen mit dem Dietrich-Oppenberg-Medienpreis weiteres Gehör zu verschaffen. Herzlichen Glückwunsch!“

Hintergrund Dietrich-Oppenberg-Medienpreis
Der Dietrich-Oppenberg-Medienpreis ist nach dem 2000 verstorbenen Gründer und langjährigen Herausgeber der NRZ Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung in Essen, Dietrich Oppenberg, benannt. Mit der Auszeichnung möchten die Stiftung Lesen und die Stiftung Presse-Haus NRZ ein Zeichen setzen für die Bedeutung des Lesens in einer freien Gesellschaft sowie eine lebendige Zeitungskultur fördern.