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Pressemitteilungen

18.05.2015

Aktuelle miniKIM Studie zeigt Notwendigkeit kontinuierlicher frühkindlicher Leseförderung

Beschäftigung mit Büchern nicht für alle Kinder selbstverständlich

Die heute vorgestellte miniKIM Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest zeigt, dass Lesen und Vorlesen in den Familien weiterhin dauerhafter Förderung bedürfen: In zwölf Prozent der Familien mit Kindern im Vorschulalter ist die Beschäftigung mit Büchern nicht fester Bestandteil des Alltags, sieben Prozent der Kinder haben gar keinen Kontakt zu Büchern. Auch nimmt die Bedeutung des Mediums Buch bereits bei vierjährigen Kindern schon wieder ab: Während sich die Hälfte der Zwei- bis Dreijährigen (fast) jeden Tag mit Büchern beschäftigt, macht dieser Anteil bei den Vier- bis Fünfjährigen nur noch gut ein Drittel aus.


Mit Blick auf die Ergebnisse der miniKIM Studie betont Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen: „Auch wenn in der Mehrheit der Familien das Lesen und Vorlesen zum Alltag gehört, dürfen wir nicht diejenigen aus dem Blick verlieren, in denen das kaum eine Rolle spielt. Denn diesen Kindern fehlt die Basis für ihre spätere Lesekompetenz und damit eine grundlegende Bildungsvoraussetzung.“


Verschiedene Untersuchungen – darunter auch die Vorlesestudien der Stiftung Lesen – zeigen die positiven Einflüsse des Vorlesens auf die Entwicklung von Kindern. Kindern, denen die Eltern regelmäßig vorlesen, fällt das Lesenlernen leichter und sie haben später im Schnitt bessere Schulnoten als Kinder, denen dieser Impuls fehlt. Vor diesem Hintergrund fordert Dr. Jörg F. Maas: „Solange nicht alle Kinder Zugang zum Lesen und Vorlesen haben, sind Investitionen in kontinuierliche frühkindliche Leseförderung notwendig.“


Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem bundesweiten frühkindlichen Leseförderprogramm „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ zu, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Stiftung Lesen umgesetzt wird. Dreimal erhalten Kinder in ihren ersten sechs Lebensjahren über das Lesestart-Programm ein Buch, die Eltern bekommen begleitend Informationen zur Sprach- und Leseerziehung sowie Hinweise auf regionale Angebote, zum Beispiel in Bibliotheken. Ziel des Programms ist es, Eltern zum Vorlesen zu motivieren und Familien schon frühzeitig mit Vorlese- und Leseangeboten zu erreichen.

Weitere Informationen zu „Lesestart“ unter www.lesestart.de
Ergebnisse der miniKIM-Studie unter http://www.mpfs.de/index.php?id=660